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tens:tens

Übersicht

Die Abkürzung TENS steht für transkutane elektrische Neuralstimulation. „Transkutan“ bedeutet „durch die Haut“, das heißt, die elektrische Stimulation erfolgt über gehaltene oder geklebte Oberflächenelektroden.

Es lassen sich vier Einsatzgebiete für TENS differenzieren:

Schmerztherapie

Mit einer Frequenz von 35-120 Hz werden elektrische Kippschwingungen übertragen. Die Amplitude wird eingestellt, bis, je nach Frequenz, ein kribbelndes, bitzelndes oder brennendes Gefühl eintritt. Hierdurch werden vor allem die großkalibrigen afferenten propriozeptiven Nervenfasern stimuliert, welche dann die Synapse belegen und die Weiterleitung der langsameren Schmerzfasern verhindern. Kann polbetont stimuliert werden wird unter der Anode (+) stimuliert, die Kathode dient dann als Sammelelektrode.

Akupunktur/Reflextherapie

Hier werden Akupunktur- oder Reflexpunkte selektiv mit Punkttroden stimuliert. Da keine Stimulation von Nerven beabsichtigt ist, wird der Begriff „TENS“ hier eigentlich unzutreffend angewandt.

Muskelaufbau

Hier werden motorische Nerven mit einer Frequenz (ca. 10-30 Hz) stimuliert, welche eine tetanische Muskelkontraktion unterhält, also eine Art von krampfender Kontraktion, die zu Beginn über eine ansteigende Amplitude (Rampe) aufgebaut wird, über mehrere Sekunden aufrecht erhalten wird und dann wieder gelöst wird. Kann polbetont gearbeitet werden, so wird unter der Kathode stimuliert. Diese Therapieform erschöpft die behandelte Muskulatur und stimuliert so deren Erhalt bei Verletzungen mit Deinnervation, oder deren Aufbau im Bereich der Sportmedizin.

Muskelentspannung

Durch sehr kurze (500µSek) einzelne Impulse werden ballistische Muskelzuckungen hervorgerufen, d. h. die Bewegung der stimulierten Muskeln dauert länger als die kontraktive Kraft, die sie auslöst. Da die Kontraktionen so kurz andauern und sehr niederfrequent (0,5-1 Hz) appliziert werden, erfolgt keine Erschöpfung der behandelten Muskeln. Vielmehr bewirkt die Bewegung eine verbesserte Durchblutung und einen verbesserten Lymphfluss, wodurch die Muskulatur entspannt, wenn die Therapie etwa 30-60 Minuten lang durchgeführt wird. Förderlich ist, wenn der Patient dabei eine entspannte Lage einnimmt. Die durchblutungsfördernde und entspannende Wirkung kann durch Applikation von Wärme noch unterstützt werden. Diese Form der TENS geht auf Dr. Bernard Jankelson zurück und wird vorrangig in der Myozentrik eingesetzt.


Elektrodenanlage, Geräte

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